Die Produkte der Romaschmiede

 

In der Zwischenkriegszeit waren in vielen Orten des Burgenlandes oft zwei Schmiede tätig. Während der Ortsschmied Pferde beschlug und neue landwirtschaftliche Geräte anfertigte, produzierte der Schmied der Roma Kleineisenzeug und reparierte Gegenstände.

Er stellte Kuh- und Wagenketten her, Feuerzangen, Sensen, Äxte und Mistgabeln, Bohrer, Haushaltsgegenstände (Schürhacken, Wiegemesser, Pfannenfüße, etc.) und Fleischerbeile für die Schweineschlachtung. Er fertigte auch Eggen und Heurechen, sowie Türbeschläge und Fallen. Oft brachten die Bauern das Eisen (Roheisen oder Alteisen) selbst zum Romaschmied mit. Er betrieb eine Recyclingwirtschaft, da Eisenkleinzeug oft aus Alteisenprodukten hergestellt wurde.

Manche Schmiede der Roma hatten sich auf die Herstellung von Nägeln spezialisiert, die gerne beim Hausbau und von Zimmerern verwendet wurden.

Die Schmiede hatten oft eine eigene Werkstatt, manche von ihnen gingen auch zu den Bauern, um an Ort und Stelle die Aufträge auszuführen.

Durch die Ermordung tausender Roma in der NS-Zeit wird dieses Schmiedehandwerk im Burgenland nicht mehr ausgeführt. Einige Romaschmiede, die den Holocaust überlebten, kehrten in ihre Dörfer zurück, ihre Häuser und Werkstätten waren zum Großteil zerstört.

In den 1980er Jahren arbeitete der letzte Schmied Nikolaus Horvath in Kleinpetersdorf.

Die Schmiedeprodukte: