Gedicht 
"Die drei Zigeuner"

Drei Zigeuner fand ich einmal


Liegen an einer Weide,

Als mein Fuhrwerk mit müder Qual

Schlich durch sandige Heide.

 

Hielt der eine für sich allein

n den Händen die Fiedel,

Spielte, umglüht vom Abendschein,

Sich ein feuriges Liedl.

 

Hielt der zweite die Pfeif' im Mund,

Blickte nach seinem Rauche,

Froh, als ob er vom Erdenrund

Nichts zum Glücke mehr brauche.

 

Und der dritte behaglich schlief,

Und sein Cimbal am Baum hing,

Über die Saiten der Windhauch lief,

Über sein Herz ein Traum ging.

 

Dreifach haben sie mir gezeigt,

Wenn das Leben uns nachtet,

Wie man's verraucht, verschläft, vergeigt

Und es dreimal verachtet.

 

An den Kleidern trugen die Drei

Löcher und bunte Flicken

Aber sie boten trotzig Freitag Spott den Erdengeschicken.

 

Nach den Zigeunern lang noch schaun

Mußt' ich im Weiterfahren,

Nach den Gesichtern dunkelbraun,

Den schwarzlockigen Haaren.