2011 MINDERHEITENSCHULEN – ELITENBILDUNG ODER SEGREGATION?

Der Bericht der EUMC (2009) , der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, über die Situation der Roma im Bildungswesen in der EU, belegt, dass Roma-SchülerInnen „unmittelbarer und systemischer Diskriminierung“ im Bildungsbereich unterworfen sind. Minderheitenschulen sind den „Volksstämmen“ Österreichs im Artikel 19 des Staatsgrundgesetzes von 1867 ein ausdrücklich zugesichertes Recht. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Österreich im Staatsvertrag von Saint-Germain (Artikel 62-69) zum Aufbau eines ausreichenden Minderheitenschulwesens verpflichtet. In der 2. Republik wurde erneut im Staatsvertrag von Wien 1955 (Artikel 7) auf die Verpflichtung zur Einrichtung eines Minderheitenschulwesens für Slowenen und Kroaten hingewiesen; das Volksgruppengesetz (1976) und seine Novellierungen bezogen auch Tschechen, Slowaken und Ungarn ein. Für alle österreichischen Volksgruppen gibt es eigene höhere Schulen. Nur für Roma, deren Anzahl durch Zuwanderung seit Jahren ansteigt, wurden bisher keinerlei Initiativen zur Gründung einer eigenen höheren Schule ergriffen. Können höhere Schulen für Volksgruppenangehörige, wie das slowenische Gymnasium in Klagenfurt, das zweisprachige Gymnasium in Oberwart oder das Gandhigymnasium in Pécs (Ungarn) diesen Beitrag leisten? Oder führt dies zur Segregation? Ideen, Konzepte oder Modelle schulischer Förderung zur Heranbildung von selbstbewussten und verantwortungsbewussten jungen Roma sollen bei dieser Tagung diskutiert werden.

 

Referent:

Ao.Univ.-Prof. Dr. Vladimir Wakounig Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, UniversitŠt Klagenfurt

Am Podium:

Josef Schmidt (Roma-Service)

Ass.-Prof. Mag. Dr.phil. Dieter Halwachs (Institut für Sprachwissenschaft Uni Graz)

Barka Emini (Romano-Centro)

VertreterIn des Gandhigymnasiums in Pécs

SchülerIn des Zweisprachigen Gymnasiums Oberwart

Moderation:

Gilda-Nancy Horvath