Kroatien

Laut den Ergebnissen der Volkszählung 2001 betrug die Anzahl der in Kroatien lebenden Roma 9.463 Personen. Inoffizielle Schätzungen, die bis zu 150.000 oder sogar 300.000 Personen reichen, erscheinen aber unwahrscheinlich, 40.000 bis 50.000 hingegen eher realistisch. Die Verfassung von 1990 und ihre Novellierung im Jahre 1997 erwähnen die Roma nicht unter den nationalen und anderen Minderheiten Kroatiens. Das Verfassungsgesetz über die Rechte Nationaler Minderheiten aus dem Jahr 2002 definiert überhaupt keine Gruppen namentlich, garantiert jedoch jeder nationalen Minderheit mit mehr als 1,5% Bevölkerungsanteil eine parlamentarische Vertretung. Das Hauptproblem, dem Roma in Kroatien gegenüberstehen, ist die Aussichtslosigkeit, die kroatische Staatsbürgerschaft zu erlangen.
Vielen Roma aus anderen Teilen der ehemaligen Republik Jugoslawien wurde die Staatsbürgerschaft nach dem neuen kroatischen Staatsbürgerschaftsgesetz 1991 verweigert, ein kleiner Prozentsatz besitzt die bosnische oder mazedonische Staatsbürgerschaft, der Rest ist staatenlos. Dadurch wird es für die meisten Roma fast unmöglich, Handelskonzessionen zu erwerben und sie werden in marginalisierte Teile des Arbeitsmarktes gedrängt.
Viele Romakinder besuchen keine Schule, da sie entweder irgendwann – nicht selten in der zweiten oder dritten Klasse – ausgeschieden sind.
Nach Angaben von Romasprechern haben rund 90% der auf dem Territorium Kroatiens lebenden Roma keine Sekundarschule besucht. Es gibt einige Schulen, in denen Romakinder getrennt von den übrigen Schülern unterrichtet werden. Mit spezieller Genehmigung durch das kroatische Unterrichtsministerium wurde im Jahre 1997 im Zagreber Viertel von Kozari Put eine eigene Romaschule gegründet, in der 60 bis 70 Kinder unterrichtet werden können.