Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR

Es leben zwischen 250.000 und 500.000 Roma in den Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR. Sie gehören verschiedensten Gruppen an und gliedern sich aufgrund ihres Dialekts in baltische, deutsche, ukrainische, balkanische, walachische und karpatische Roma.

Sie kamen im 15. Jahrhundert nach Russland, noch früher siedelten Roma in der Ukraine, auf der Krim und am Schwarzen Meer. Unter der Zarin Katharina II. (1729-1796) wurden Roma, wie auch die Bauern, Leibeigene der Krone. Sie wurden zwangsangesiedelt und mussten hohe Steuern zahlen. In Bessarabien (östl. Karpatenvorland), das 1812 zu Russland kam, waren die Roma Leibeigene der Gutsherrn. Erst 1847 wurde die Leibeigenschaft aufgehoben.

"Am Anfang hatte die sowjetische Regierung die Roma als gleichberechtigte Bürger anerkannt und den Schutz ihrer kulturellen Eigenart zugesichert. Zur Zeit Stalins wurden die Roma zwangsassimiliert. Das Nomadentum wurde verboten und die Roma wurden auf den verschiedenen Kolchosen angesiedelt. Das hatte zur Folge, dass es heute in diesen Ländern kaum noch größere geschlossene Roma-Siedlungen gibt. Auch nach der Regierungszeit Stalins wurde die Assimilierungspolitik fortgesetzt, denn der kommunistische Einheitsstaat duldete keine kulturelle Andersartigkeit. Über die konkrete Situation der Roma in den einzelnen Ländern der ehemaligen UdSSR ist allerdings wenig bekannt. Man weiß jedoch, dass es auch hier immer wieder zu tätlichen Angriffen und Überfällen von Seiten der Bevölkerung auf Roma-Gruppen gekommen ist."
(Verdorfer, 1995, S. 35)