Finnland

Die Zahl der in Finnland lebenden Roma wird auf rund 10.000 Personen geschätzt.
Die Mehrzahl von ihnen lebt in Klein- und Großstädten im Süden des Landes. Sie leben heute sesshaft in festen Häusern, ziehen aber in den Ferienmonaten bisweilen herum. Wie andere Finnen auch, gehören die meisten Roma der Evangelischen Kirche an. Einige von ihnen sind aktive Mitglieder der Pfingstlergemeinde und anderer nichtkonformistischer christlicher Glaubensgemeinschaften. Im Durchschnitt sind Roma sozial und wirtschaftlich schlechter gestellt als andere Finnen. Die radikale Umstrukturierung der finnischen Wirtschaft und Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg hat viele der traditionellen Erwerbsmöglichkeiten der Roma zerstört und eine Menge neuer Probleme für sie geschaffen. Dies ist einer der Gründe für die hohen Arbeitslosenraten unter den Roma sowie für ihre soziale Ausgrenzung. In den 1980er Jahren wurden die speziellen staatlichen Förderungen für den Unterricht in der Romani-Sprache und -Kultur bereitgestellt, außerdem wurden spezielle Maßnahmen eingeleitet, um die wirtschaftliche und soziale Position der Roma sowie ihre schulische Ausbildung zu verbessern. Ein Zusatz zur finnischen Verfassung bekräftigte im Jahre 1995 das Verbot rassischer Diskriminierung sowie das Recht der Roma auf ihre eigene Sprache und Kultur. Die Schulgesetzgebung wurde novelliert, um den Unterricht in der Muttersprache Romani in Schulen sowie deren Gebrauch als Unterrichtssprache selbst zu ermöglichen. Gleichzeitig begann man wöchentliche Nachrichtensendungen in Romani im öffentlich-
rechtlichen Radio auszustrahlen. Seit 1999 hat Finnland wiederholt Roma-Flüchtlingen aus zentraleuropäischen Ländern das Asyl verweigert.