Altes Eisen - neue Nägel
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Bestimmte Handwerkszweige sind in vielen Teilen Europas vertreten (Schmiede, Korbflechterei, Erzeugung von Holzwaren). Daher hat man angenommen, dass dies Berufe waren, die die Roma bereits in Indien ausgeübt hätten. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass es Handwerke sind, mit denen die Roma auf ihren Migrationen (Wanderungen) in Kontakt kamen. Warum
üben die Roma aber gerade solche Handwerke aus? Die traditionellen Berufe stellen daher keine kulturelle "Eigenart" dar, wie so oft angenommen, sondern sind aus rein wirtschaftlichen Zwängen entstanden. Die Handwerke waren keine offiziell anerkannten Handwerke, das heißt die Roma gehörten keiner Zunft (Seit der Mitte des 13.Jahrhunderts waren die Handwerker in den Städten regelmäßig in Zünften organisiert.) an. Sie hatten keine vorgeschriebene Ausbildung (Lehrzeit, Gesellenprüfung) und keine Dokumente. Das Wissen wurde in der Familie, in der Gruppe weiter gegeben. Die Handwerker mussten kreativ und Universalisten sein, sie mussten neue Marktlücken erkennen, um überleben zu können. In den Familien gab es daher oft auch verschiedene Handwerker und Spezialisten. Allen
Handwerken ist gemein, dass sie von der Mehrheitsgesellschaft nicht anerkannt
waren. Schmiedeprodukte der Roma waren im täglichen Gebrauch zwar geschätzt,
hatten aber nicht die gesellschaftliche Anerkennung wie jene vom Gadsche-Schmied.
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