Der Unterhaltungssektor
|
In jedem osmanischen Heer gab es eine Musikkapelle. Die Musiker sollten mit ihren Schalmeien und Trommeln den Feind erschrecken, ihn in die Flucht schlagen und auch die eigenen Krieger anfeuern. Diese Einrichtung wurde von den europäischen Heeren übernommen und so stellen diese Musikgruppen die Vorläufer unserer heutigen Blasmusik dar. Es wird angenommen, dass in den osmanischen Heeren Roma als Waffenschmiede, aber auch als Musiker tätig waren. Bei
den ungarischen Magnaten (Fürsten) waren
diese Militärmusiker eine beliebte "Kriegsbeute", die Musik war an den
Höfen überaus beliebt und geschätzt. Im 16. Jahrhundert hatte Balthasar
Batthyány von Güssing eine eigene Musikkapelle, die sich aus türkischen
Kriegsgefangenen und "Pharaones" (eine Bezeichnung für Roma angelehnt
an "Ägypter") zusammensetzte. Romamusiker waren auch in den nachfolgenden Jahrhunderten an den ungarischen Adelshäusern sehr beliebt. Man kann daher annehmen, dass dies eine wesentliche Vorbildfunktion für die bäuerliche Bevölkerung hatte. Ab dem 18. Jahrhundert war die Musik der Roma auch für breitere Bevölkerungsschichten zugänglich. Die Betätigung im Unterhaltungssektor - in der Musik, wie auch in der Schaustellerei - war einer der wenigen Bereiche, den man den Roma zugestanden hatte. |
|
||||