Die Roma und die katholische Kirche

 


Almosenvergabe an einheimische Bettler; die fahrenden Bettler stehen vor verschlossener Tür,
aus: Theodor Hampe, Fahrende Leute, Leipzig, 1902

Erstmals werden Roma in Italien 1422 erwähnt. Eine Gruppe von ungefähr 100 Personen wollte nach Rom reisen, um vom Papst Schutz für die Durchreise durch die Gebiete der katholischen Kirche zu erbitten. Öfters berichten Chroniken, dass Roma Schutzbriefe des Papstes innehatten und als Pilger angesehen wurden.

Ende des 15. Jahrhunderts, als die Stimmung den Roma gegenüber schlechter wurde, akzeptierten die weltlichen Herrscher (italienische Herzöge und Fürsten) dieses Pilgerdasein nicht mehr und verfolgten die Roma, indem sie sie für vogelfrei erklärten. Sie schoben sie über die Grenzen ab - wie anderorts in Europa.

Nach dem Mittelalter wurden jene Personen aus der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen, die keinen festen Aufenthaltsort hatten und kein ehrbares Gewerbe ausübten. Dies bezog sich auf Schauspieler, Glücksspieler, Roma u.a. Aber es gab auch immer Beispiele von aufgeschlossenen Priestern, die die Roma unterstützen. Der Heilige Phillip Neri 1515-1595 kämpfte erfolgreich gegen den Einsatz von Roma als Galeerensklaven in der päpstlichen Flotte.

Ab dem 19. Jahrhundert ist eine liberalere Haltung zu erkennen. Im 2. Vatikanischen Konzil (1962-65) wurde beschlossen, sich vermehrt der Verbesserung der Situation der Roma und ihrer Seelsorge zu widmen. Es wurde die "Nomadenseelsorge" gegründet. Auch Johannes Paul II. setzte diesen Weg fort. Unter Papst Johannes Paul II. wurde der erste Rom "El Pelé" seliggesprochen.

Zu Beginn des Jahres 2000 entschuldigte sich der Papst bei allen Ethnien und Religionen (darunter auch die Roma und Sinti), denen durch die katholische Kirche besonderes Leid zugefügt wurde.

El Pelé (1861-1936)