Polen
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Polen
war für Roma immer ein wichtiges Transitland zwischen Ost- und Westeuropa.
Sie kamen aus Ungarn, der Walachei, Moldawien und Transsylvanien. Aufgrund
massiver Verfolgungen flüchteten Roma bereits im 16. Jahrhundert von Deutschland
nach Polen. Auch nach Abschaffung der Sklaverei in Moldau und der Walachei
(19. Jahrhundert) wanderten Kalderasch und Lowara nach Polen aus. In den
80er Jahren des 20. Jahrhunderts migrierten Gruppen nach Deutschland und
Schweden. Am
1. September 1939 begann mit dem Einmarsch und der Besetzung Polens durch
Hitlerdeutschland der 2. Weltkrieg. Wie auch in Deutschland wurden in
Polen Konzentrations-, Arbeits- und Vernichtungslager errichtet: In Auschwitz,
Sobibor, Belzec, Treblinka, uvm. wurden Millionen von Juden, Roma und
Sinti aus ganz Europa systematisch ermordet. Schätzungen die Anzahl der in Polen lebenden Roma betreffend schwanken zwischen 15.000 und 50.000 Personen. Die polnische Verfassung enthält Anti-Diskriminierungsvorschriften, und rassistisch motivierte Gewalt kann gemäß dem polnischen Strafrecht mit bis zu 5 Jahren Haft bestraft werden. Diese Gesetze kamen jedoch kaum zur Anwendung. Es gibt zahlreiche Berichte über Angriffe auf Romasiedlungen. Roma sind auch den Übergriffen von Mitarbeitern privater Sicherheitsdienste ausgeliefert, die von Bars und Restaurants angeheuert werden und die in den letzten Jahren für mindestens 2 Todesfälle verantwortlich waren. Arbeitslosigkeit unter den polnischen Roma ist weit verbreitet, die Zahl der eingeschulten Romakinder ist gering. |