Katharina Graf-Janoska

Geboren 1988 in Eisenstadt, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie an der Universität Wien. 2013 folgte die Gründung des pannonischen Buchverlages „Bu&Bu Verlag“. Katharina Graf-Janoska ist Autorin, Verlegerin und seit 2015 ORF-Moderatorin des Minderheitenmagazins „Servus, Szia, Zdravo, Del tuha" und arbeitet als Redakteurin für Burgenland Heute. Das Buch Literatur von und über Roma. Unterschiede und Gemeinsamkeiten erschien 2015 in der edition lex liszt 12 und 2018 wurde das Buch „Der Rebstock" für den Burgenländischen Buchpreis in der Kategorie Sachbuch nominiert. 2017 verfasste sie einen Beitrag für RomArchive. 2019 veröffentlichte sie „KriegsROMAn. Die Geschichte einer Familie“ im Bu&Bu Verlag – Es werden zwei Geschichten erzählt, die einer Roma-Familie und einer Nicht-Roma Familie, es ist die Familiengeschichte der Autorin.

Literatur von und über Roma: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Rom_nija alias „Zigeuner/innen“ sind im Figurenkabinett der Weltliteratur häufig anzutreffen: Vom „arbeitsscheuen Dieb“ bis zur „zukunftsweissagenden Hexe“ bevölkern sie viele Texte – mit realen Rom_nija und deren tatsächlichen Lebenssituationen haben die durch die Literatur der vergangenen Jahrhunderte entscheidend mitgeprägten Klischees aber selten zu tun. In ihrem Streifzug durch Fremd- und Selbstdarstellungen der Rom_nija in der Literatur geht Katharina Graf-Janoska den Wechselwirkungen zwischen literarischen Beschreibungen und gesellschaftlicher Diskriminierung nach. Ausgelotet werden in ihrer Betrachtung von Texten über Rom_nija und von Rom_nija auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

KriegsROMAn. Die Geschichte einer Familie

In ihrem Debütroman erzählt die österreichische Autorin die Geschichte von zwei Familien, die zu einer wurden. Es ist ihre eigene Familiengeschichte. Denn Graf-Janoska stammt väterlicherseits aus einer Roma-Familie und mütterlicherseits aus einer Nicht-Roma Familie. In ihrem Roman schreibt sie über Liebe und Leid, Hoffnung und Enttäuschung, vor allem aber von Glück und Zusammenhalt.

Ihr Urgroßvater väterlicherseits war halb Rom und halb Jude. Seine Geschichte, vor allem seine Erlebnisse, als er trotz seiner Abstammung für die Nationalsozialisten in Ungarn kämpfen musste, erzählte er nie jemanden. Graf-Janoska versucht seine Geschichte anhand von fiktiven Gesprächen nachzuerzählen. Demgegenüber steht das Kriegstagebuch ihres Großvaters mütterlicherseits. In diesem schildert der Großvater selbst seine Erlebnisse während des Griechenlandfeldzugs im Zweiten Weltkrieg. Er war stolzer Patriot und NSDAP-Mitglied und doch ließ er sich, wie viele zu jener Zeit, einfach nur blenden. Die Autorin erzählt beide Geschichten, von beiden Seiten und führt diese weiter, bis aus den zwei vermeintlich so unterschiedlichen Familien eine wird.

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